Im Schellenturm von 1564 im Bohnenviertel - einer der letzten Reste der Stuttgarter Stadtbefestigung, seit 1980 gastronomisch genutzt.
Geschichte: 1564 als Kastkellereiturm gebaut
Der Turm wurde 1564 errichtet und gehörte zur äußeren Stadtmauer, die bis 1567 unter Herzog Christoph von Württemberg entstand. Er ist einer der wenigen erhaltenen Reste der Stuttgarter Befestigung.
Ursprünglich hieß er Kastkellereiturm - hier saß die Verwaltung der herzoglichen Güter. Seinen heutigen Namen verdankt er den Schellenwerkern: verurteilten Straftätern, die zu öffentlicher Zwangsarbeit herangezogen wurden und zur Kennzeichnung Schellen an der Kleidung trugen.
1811 legte eine Renovierung das Fachwerk-Obergeschoss frei, 1906 folgte die nächste. 1944 wurde der Turm bis auf seinen massiven Steinsockel zerstört und anschließend auf den Stand von 1906 wieder aufgebaut. Die Restaurierung 1978/79 finanzierte die Gemeinnützige Denkmalstiftung GmbH, ein Zusammenschluss Stuttgarter Unternehmer; am 14. Juni 1980 wurde der Turm den Bürgern übergeben - mit einer Ansprache von Oberbürgermeister Manfred Rommel.
Vom Turm zur Weinstube
Seit 1980 wird der Turm gastronomisch genutzt. Über Jahrzehnte prägte ihn Wirt und Koch Rudolf Reutter. Nach dessen plötzlichem Tod im Februar 2020 stand das Haus rund zweieinhalb Jahre leer.
Ende 2022 wurde die Weinstube wiedereröffnet: Michael Pernesch und Florian Kranich, die auch das Alte Rathaus in Plüderhausen betreiben, führen sie seither mit frischer, regionaler schwäbischer Küche.
Praktisch
Zum Schellenturm kursieren mehrere Web-Adressen; welche aktuell gepflegt wird, ist nicht eindeutig. Für Reservierungen am besten telefonisch oder über Google Maps Kontakt aufnehmen.